Mittwoch, März 29, 2017
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Patrimonium Musicum

"Gregorianischer Gesang, Orgel und klassische Polyphonie sind
künstlerische Bereiche, die zu wahren Apologien des Glaubens und
damit zu reinem Lebenssaft geworden sind, der seit den Anfängen
die künstlerische und geistliche Entwicklung der europäischen Musikkultur genährt hat."

Papst Johannes Paul II.
(Musices Aptatio, Liber Annuarius 1986, p. 323)

Abteilung für Bücher aus dem Themenbereich
"Musik der christlich-abendländischen Kultur"
mit dem Schwerpunkt "Katholische Kirchenmusik"

 

Die Musik ist so alt wie die Menschheit selbst. Leider lassen sich die frühen Klänge nur schwer rekonstruieren. Dagegen sind die Musikanschauungen verschiedener Kulturen überliefert, die sich in gewisser Weise ähneln. Im abendländischen Raum, bei den Griechen und Römern, herrschte besonders die Auffassung von der großen ethischen Kraft der Musik (Sokrates, Platon), aber auch magische und wundersame Wirkungen wurden ihr zugeschrieben. Diese Musikauffassung spiegelt sich auch in der Musiktheorie jener Zeit. Die Musik ist durch ihr Zahlenprinzip Abbild der Weltordnung, nimmt aber auch Einfluß auf das Gemüt und den Charakter des Menschen. Die irdische Schönheit ist Abbild der ewigen Schönheit, irdische Musik Abbild der ewigen Harmonie. Die antiken musiktheoretischen Erkenntnisse haben ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren, folglich besteht eine lebendige Beziehung zwischen der Musik der Antike und der Musik der Gegenwart.

Im Abendland wurde die Menschwerdung Christi geschichts- und kulturbildend. Mit dem Licht des Evangeliums kam in der Gestalt der christlich geprägten bildenden Kunst und Musik auch die höchste Verfeinerung der Kultur. Christlicher Glaube und christliche Kunst haben die europäische Kultur durchdrungen, befruchtet, geheiligt. Der hl. Benedikt, Vater des Abendlandes und Patron des christlichen Europas, hat als Organisator des monastischen Stundengebetes großen Einfluß auf die Entwicklung der ersten überlieferten kunstvollen christlichen Kultmusik des Abendlandes, des nach dem hl. Papst Gregor dem Großen benannten Gregorianischen Chorals, genommen. Papst Gregor der Große, der Begründer der feierlichen römisch-gregorianischen Liturgie, war ein ganz besonderer Förderer der großen liturgischen Tonkunst. Die Benediktiner waren es, die diesen Gesang in den folgenden Jahrhunderten überlieferten, entwickelten, vollendeten und bis in die Zeit der beginnenden Mehrstimmigkeit weitertrugen. Der Gregorianische Choral ist der Schmelztiegel des musikalischen Gesichts verschiedener Völker und Kulturen und Urahn zahlloser mehrstimmiger vokaler und instrumentaler Kompositionen. Seine Wortbezogenheit ist ein Charakteristikum für Rhythmus- und Melodiebildung der abendländischen Musik. Die Konsonanz von Wort und Ton prägt auch die mehrstimmige Musik; die Kontrapunktik und Harmonik Palestrinas, Bachs, Haydns, Mozarts und Beethovens ist ohne die am Anfang der christlich­ abendländischen Musikkultur stehende Sprachrhythmik nicht denkbar. Harmoniewechsel und dissonante Vorhaltsbildungen markieren die vom Sprachrhythmus her bestimmten Akzente bis hinein in die reine Instrumentalmusik. Die liturgische Praxis der Kirche hat alle formalen Entwicklungen in der Musik mitgetragen und mitbeeinflußt. Nicht zuletzt die aus dem christlichen Kult und seiner Musik hervorgehende Ausgeglichenheit zwischen Emotionalität und Rationalität ist entscheidendes Kennzeichen großer abendländischer Musikwerke. So kann man sagen, daß aus dem Gregorianischen Choral die ganze Musik des christlichen Europas erwuchs. Niemand kann sich in die Geschichte der Musik dieses Abendlandes zu vertiefen versuchen, ohne auf jenen Gesang zu stoßen, der aus der Seele der Kirche, aus der kultischen Mitte der christlichen Liturgie, geboren wurde.

Die Aufgabe des PATRIMONIUM MUSICUM ist es, dem heutigen Fachmann, aber auch Laien, diese Zusammenhänge durch geeignete Reprints von wertvollen Büchern und neue Publikationen wieder zugänglich zu machen und zu verdeutlichen. Dies geschieht auch durch die Herausgabe von Noten-Ausgaben und Ton-Produktionen. Kurz: PATRIMONIUM MUSICUM ist der Verlag für Bücher aus dem Themenbereich "Musik der christlich-abendländischen Kultur" mit dem Schwerpunkt "Katholische Kirchenmusik". Sind Sie Autor einer entsprechenden Abhandlung und möchten Sie sie publizieren? Sprechen Sie uns einfach an!