Dienstag, Mai 30, 2017
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Patrimonium Classicum et orientalisticum


Dr.phil. Wolfgang Boochs,
Ägyptologe und Jurist (Rechtsanwalt und Steuerberater)

 

Die Antike und der Orient sind wichtige Quellen für die Bewahrung und Weitergabe des Erbes abendländischen Geistes.

Zum Gebiet der Klassischen Altertumswissenschaften zählt man gemeinhin die Bereiche Archäologie, Alte Geschichte und die klassische Philologie mit den Teilbereichen Latinistik und Gräzistik.

Der Begriff "Klassische Philologie" kam im deutschen Sprachraum im Vergleich zum englischen Sprachraum, der schon ab Ende des 16. Jahrhunderts mit dem Wort "Classical" Texte antiker griechischer und lateinischer Autoren bezeichnete, erst verhältnismäßig spät auf. Als erster Professor führte Karl Morgenstern an der Universität Dorpat, dem heutigen Tartu in Estland den Titel eines "Professors der Beredsamkeit und altclassischen Philologie, der Ästhetik, der Literatur und Kunst."

Dem Bereich der "Klassischen Philologie" oder "Altphilologie" wird der Zeitraum vom Beginn der griechischen Literatur mit Homer und Hesiod im späten 8. Jahrhundert bis zum Verschwinden der spätantiken Literatur um 600 n.Chr. zugerechnet. Die klassische Philologie befasst sich sowohl mit den künstlerisch-literarischen Texten der antiken Lyrik, der Epik, des Dramas und der Kunstprosa als auch mit philosophischen, historiographischen und naturwissenschaftlichen Texten. Verwandt mit der klassischen Philologie ist die Papyrologie, die sich mit reinen Gebrauchstexten nichtliterarischer Provenienz beschäftigt, sowie die Numismatik und Epigraphik.

Die Orientalistik wurde in Deutschland als akademische Disziplin in der Mitte des 19. Jahrhunderts begründet. Zur gleichen Zeit hatte sich in Deutschland die Deutsche Morgenländische Gesellschaft gegründet, welche sich mit den Gebieten Asiens, Afrikas und Ozeaniens befasste.

Die Orientalistik umfasst Disziplinen wie Assyriologie, Iranistik, Turkologie, Osmanistik, Semitistik und Arabistik sowie die Islamwissenschaft.

Im weiteren Sinne können auch Ägyptologie und Afrikanistik der Orientalistik zugerechnet werden. Die Orientalistik erforscht  Sprachen und  Kulturen der Länder des Orientes sowie in den Unterdisziplinen Sumerologie, Akkadistik und Hethitologie, die Geschichte des vorderen Orientes vom späten 4. bis zum Ende des 1. Jahrtausend v. Chr.

Darüber hinaus befasst sich die Orientalistik  mit zeitgeschichtlichen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Gegebenheiten in den Ländern des Orients und trägt insoweit zum Verständnis gegenwärtiger Entwicklungen bei. 

Die Aufgabe des Patrimoniums "Classicum et Orientalisticum" ist es, dem heutigen Fachmann, aber auch dem Laien, durch Reprints wertvoller Bücher älteren Datums und neue Publikationen die Antike und den Orient wieder zugänglich zu machen und zu einem vertieften Studium anzuregen.